Tagesablauf
Krippenkinder haben noch kein Verständnis von Zeit, sie orientieren sich vor allem an den eigenen Bedürfnissen. Zeit ist keine linear ablaufende Linie, die in Minuten und Stunden getaktet ist, sondern eine Abfolge von Ereignissen. Die jeden Tag wiederkehrenden Ereignisse machen den Tag vorhersehbar. Das Kind kann dann anhand der Ereignisse einordnen, an welchem Punkt es sich im Tag befindet und was als nächstes geschieht. Die Vorhersehbarkeit des Tagesablaufes vermittelt dem Kind Sicherheit.
Aus dieser Sicherheit heraus kann das Kind aktiv und explorierend tätig sein. In unserem Tagesrhythmus berücksichtigen wir den Wechsel von Phasen der Ruhe, individuellen Bedürfnissen, Gruppenerleben und Aktivität. Neben den klaren und wiederkehrenden Strukturen, welche wir bei uns in der Krippe leben, achten wir gerade in der Anfangszeit auch auf die persönlichen Gewohnheiten der Kinder.
07.30-08.30 Ankommenszeit und Freispiel
08.30-08.45 Morgenkreis
08.45-09.30 gemeinsames Frühstück mit anschließendem Händewaschen
09.30-11.15 Freispiel oder Angebote
11.15 Mittagessen
11.45- 14.00 Mittagsruhe
ab 14.00 Obstpause und Abholzeit
15.30 Ende der Betreuungszeit
Eingewöhnung
In unserer Kita ist uns eine kindorientierte Eingewöhnung wichtig. Das bedeutet, dass wir unser Konzept an Kind und Eltern anpassen, insbesondere auf die Bedürfnisse des Kindes achten, uns nach ihnen orientieren und die Eingewöhnung nach den Beobachtungen gestalten. Eine gelungene Eingewöhnung lässt sich nicht an einer (kurzen) Dauer erkennen, sondern daran, dass das Kind gerne in die Einrichtung kommt und eine gute Beziehung zu den Fachkräften aufgebaut hat. Für die Eingewöhnung in der Krippe sollten Eltern 4-8 Wochen Zeit einrichten. Den genauen Ablauf erklären wir gerne in einem persönlichen Gespräch.
Beziehungsvolle Pflege
Pflegesituationen sind nicht nur das Wickeln und das spätere auf Toilette gehen, sondern auch Zähneputzen, Händewaschen, Nase putzen, Haare kämmen und An- und Ausziehen. Dies sind alles Kompetenzen, welche die Kinder noch nicht alleine bewältigen können, wenn sie zu uns kommen. Für uns Fachkräfte bieten Pflegesituationen die Möglichkeit, exklusiv Zeit zu zweit mit dem Kind verbringen zu können. Die Zeit, die wir dem Kind widmen, befriedigt körperliche und seelische Bedürfnisse, da es ungeteilte Aufmerksamkeit von uns erhält. Je nach Entwicklungsstand und Motivation kann das Kind mitbestimmen und auch mitmachen. So kann das Kind schon alleine die Arme aus dem Pullover ziehen oder die Klebeverschlüsse der Windel aufmachen. Es erlebt dabei Selbstwirksamkeit und wächst an der Situation.
Vielen Eltern ist es wichtig, dass das eigene Kind schnellstmöglich „sauber“ ist. Wir setzen auf eine begleitende Sauberkeitsentwicklung, die jedes Kind individuell durchlebt. Während des Prozesses des Sauberwerdens ist uns eine transparente Kommunikation mit den Eltern wichtig.
Aktivitäten
Für uns ist die Arbeit mit Kindern nicht Monate im Voraus planbar. So wie Kinder im Hier und Jetzt leben und von den Ereignissen, welche unmittelbar um sie herum geschehen, beeinflusst werden, möchten wir mit ihnen zusammen den Tag gestalten.
Die pädagogische Arbeit in unserer Einrichtung ist angelehnt an den situationsorientierten Ansatz. Dies bedeutet, dass die Umwelt und die aktuelle Lebenssituation der Kinder unsere Arbeit in der Kita ausschlaggebend beeinflussen. Kinder bedienen sich vielen verschiedenen Ausdrucksformen, um Erlebtes zu verarbeiten. So gehören beispielsweise Malen, Kneten, Bauen mit Klötzen, Bewegung, Sprache und Spielformen wie das Rollenspiel oder Nachahmungsspiel zu diesen Ausdrucksformen und sind noch erweiterbar.
Für uns als Team bedeutet dieses Wissen über die Verarbeitung von Erlebtem, dass wir den Kindern zuhören und sie beobachten und die Themen, welche sie beschäftigen in unseren Tagesablauf aufnehmen.
Das freie Spiel drin und draußen ist ein zentraler Bestandteil unseres Konzeptes. Im Spiel erschließt sich das Kind die Welt. Es exploriert, erkundet und erforscht verschiedene Materialien, Prozesse, Systeme und Zusammenhänge und nicht zuletzt sich selbst und seine Kompetenzen. Spiel lässt Raum, um Erlebtes zu durchdenken und Realität zu bewältigen und zu verstehen.
Draußen sein mit den Kindern ist für uns ein zentraler Bestandteil. Ob in unserem Kita-Garten oder unterwegs in der Nachbarschaft. Bewegung an der frischen Luft fördert Kompetenzen in allen Entwicklungsbereichen und ist Gesundheitsfürsorge.